18.05.17, 23:03-00:00 SWR 2
Improvisation, eine Qualität des Lebens

Von Keith Jarrett bis Angela Merkel
4. Evolution

Improvisation, das zeigen die bisherigen Folgen dieser Reihe, geht weit über Jazz und Musik hinaus, große Teile des Alltags sind erfüllt davon.
Der amerikanische Musiker und Biologe Aaron Berkowitz sagt sogar: „Die Fähigkeit zu improvisieren (…) scheint zu funktionieren bis hinunter auf die Ebene der Zellen und Moleküle.“
Scharff und finch 1Die Verhaltensbiologin Constance Scharff (FU Berlin) widerspricht:
„Wenn Darwin unser Gespräch führen könnte, würde er sagen: Improvisation ist eine Frage der Begrifflichkeit, er würde ´Variation“´ vorziehen.“
Denn: „Improvisation im biologischen Sinne braucht einen Agenten (oder Handelnden) - Variation nicht.“
Scharff trennt deutlich zwischen Improvisation und Variation und Zufall,
sie zieht Grenzen, was noch als Improvisation bezeichnet werden kann und was nicht.


Die „musikalischen“ Fähigkeiten mancher Tiere aber gehören dazu, insbesondere die der Buckelwale. Der Philosoph und Musiker David Rothenberg hat mit ihnen improvisiert, es waren unter allen, die er mit Tieren geführt hat, „die besten Dialoge“.


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